Pressebericht Es ist Zeit, Kasper – rien ne va plus! 2016

Der Neue Tag Dienstag, 16. Februar 2016, Pressath und Umgebung

Der „Boanl“ hat seine liebe Mühe mit dem störrischen „Brandner Kasper“. Dass das Stück auch mit viel Musik funktioniert, zeigte sich am Wochenende in der Mehrzweckhalle. Bilder: stg (2)

Ein bisschen Oberpfalz, ein bisschen Musik und schon ist die Variante von „Der Brander Kaspar und das ewig‘ Leben“ fertig: Am Wochenende zeigte das „Kopfnuss“-Theater das Stück „Es ist Zeit, Kasper“ unter Regie von Carmen Traßl.

Beim Kartenspielen verladen

Neustadt am KuIm. (stg) Es gibt Theaterstücke, an denen man sich nicht satt sehen kann. In denen der Zuschauer immer wieder Neues entdeckt. In denen über Wortspielereien immer wieder gelacht werden kann.

Nicht fehlen dürfen allerdings: Eine schlüssige Inszenierung, ein passendes Bühnenbild und die idealen Schauspieler. Den Basisstoff für ,,Es ist Zeit, Kasper“ bot am Wochenende das bairische Kultstück „Der Brander Kaspar und das ewig‘ Leben“.

Das „Kopfnuss“-Theater hat sich -wieder einmal – den „Brandner“ vorgenommen, mit jeder Menge Musik versehen und zeitgemäß in die Oberpfalz verlegt. Mit zwei Vorstellungen in der Mehrzweckhalle lockte das Ensemble zahlreiche Zuschauer nach Neustadt am Kulm, Regisseurin Carmen Traßl hatte für eine durchwegs gelungene Inszenierung gesorgt.

Es ging um Leben und Tod auf der Bühne: Der „Boanl“ hatte den Auftrag, den Brandner Kaspar abzuholen und ins Jenseits zu begleiten. Doch der Brandner fühlte sich noch recht gesund und überlistete den Tod. Mit „Jägermeister“ machte er ihn besoffen und legte ihn dann beim Kartenspielen herein – der Gewinn waren weitere Lebensjahre. Das Versagen von „Boanl“ blieb im Himmel natürlich nicht unentdeckt und er musste zum Rapport. Bis der Brandner schließlich doch noch mit etwas „Verspätung“ im Paradies erschien, ging es noch ziemlich drunter und drüber – nicht nur im Himmel, sondern auch auf der Erde.

In dem Stück begegneten die Zuschauer zahlreichen Gestalten wie gleich zu Beginn der diabolisch gut agierenden und singenden Erz-Engelin Lu (Julia Roder) und dem auf Elvis gestylten Petrus (Matthias Müller), kurz darauf auch schon dem furchterregend-tollpatschigen „Boanl“ (Gerhard Huber) und dem verschlagen-selbstlosen Brandner Kasper (Josef Roder).

Die Inszenierung konnte mit zahlreichen Leckerbissen schauspielerischer wie auch gesanglicher Art aufwarten: Immer wieder sind bekannte Melodien mit neuen Texten versehen worden – die „Totale Finsternis“ aus dem Musical „Tanz der Vampire“ wurde zum titelgebenden „Es ist Zeit, Kasperl, Bruce Springsteens „Fire“ verwandelte sich zu „Weiber!“ und aus CCRs „Proud Mary“ wurde der Engel Schimpf-Schmach-Song „Schleich Di!“ für „Boanl“.

Das Publikum sparte nicht mit sehr viel Zwischenapplaus für die Akteure auf der Bühne – und einem ganz großen Schlussapplaus für alle Beteiligten an dem Stück. Und es blieb die Erkenntnis: So bekannt die Geschichte vom „Brandner“ auch ist, auserzählt ist sie noch lange nicht.

Beim Brandner Kaspar hat der „Boanl“ versagt.

 

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Pressebericht Es ist Zeit Kasper Vorbach 2014

Von (stg)  |  10.11.2014  | Netzcode: 4374779

VORBACH

„Der geht mir nicht mit“

Vorbach. (stg) Der Boanl hat’s nicht leicht: Zwölf Schnaps hat ihm der Brandner Kasper erst eingeschänkt und dann auch noch beim Kartenspielen über Ohr gehauen. Nix war’s deswegen mit dem Sterben – und so muss sich der Boanl vor Petrus sowie den Erzengelinnen Lu und Micha rechtfertigen.

Da hat sich der Boanl (links, Gerhard Huber) ziemlich verrechnet: Der Brandner Kasper (Josef Roder) wehrt sich mit „Jägermeister“ gegen seine Abberufung ins Pa­radies – und ist vorerst auch erfolgreich. Bilder: stg (2)

Die Geschichte vom „Brandner Kasper“ fasziniert noch immer die Besucher – und zwar nicht nur als Bully-Herbig-Film oder als Inszenierung auf der Luisenburg im kommenden Jahr: Auch das Kopfnuss-Theater hat sich den „Brandner“ vorgenommen, mit jeder Menge Musik versehen und zeitgemäß in die Oberpfalz verlegt.

Mit drei Vorstellungen am vergangenen Wochenende lockte das Ensemble zahlreiche Zuschauer ins Gemeindezentrum Vorbach, Regisseurin Carmen Traßl hatte für eine durchwegs gelungene Inszenierung gesorgt.

Viel Neues

„Kopfnuss“-Freunde in der Region wissen natürlich, dass das Stück „Es ist Zeit Kasper“ schon 2007 auf dem Spielplan stand: Wer damals bereits dabei war, konnte sich von viel Neuem überraschen lassen – nämlich neuen Szenen, neuen Texten, neuen Liedern und neuen Instrumenten. Ein ums andere Mal zogen die Akteure auf der Bühne die Zuschauer in ihren Bann – besonders die Gesangsdarbietungen sorgten für kräftigen Zwischenapplaus.

Diabolisch guter Engel

In dem Stück hatten Erzengelin Lu (diabolisch gut: Julia Roder) und Petrus (elvismäßig: Matthias Müller) eine Wette laufen: „Will die Welt Frieden, will sie ihn wirklich oder will sie in Sünden leben?“ Während Petrus seinen Optimismus der Menschheit gegenüber beibehält, zweifelt Lucia schwer: Der Mensch sei selbstverliebt und denke nur an seine Vorteile.

Eine ganze Schar von Engeln stimmt in das „Halleluja“ ein, bestens darauf vorbereitet von Erzengelin Micha.

Im Auftrag der beiden erscheint der Boanl (furchterregend-tollpatschig: Gerhard Huber) beim Brandner Kasper (erst verschlagen, schließlich selbstlos: Josef Roder) und möchte seine Arbeit gut erledigen – allein der „Jägermeister“ verhindert, dass die Seele des Brandner geholt wird. Das Versagen des Boanl bleibt im Himmel natürlich nicht unentdeckt und er muss zum Rapport. Bis der Brandner schließlich doch noch mit nur einem Jahr „Verspätung“ im Paradies erscheint – und nicht nach ausgehandelten 21 Jahren – geht es noch ziemlich drunter und drüber, sowohl im Himmel als auch auf Erden.

Die Inszenierung war gespickt mit Höhepunkten – sowohl schauspielerischer als auch gesanglicher Art: beispielsweise das Duett „Es ist Zeit Kasper“ zwischen dem Brandner und dem Boanl zur Melodie von „Totale Finsternis“ aus dem Musical „Tanz der Vampire“, das herrlich-schräge Quartett „Weiber“ von Tante Michelle (Monika Höllerl), Cousine Jaqueline (Martina Rieß), Dorfpolizist Simon (Markus Roder) und Bürgermeister Senftl (Norbert Meinl) zur Melodie von Bruce Springsteens‘ „Fire“ oder der Engels-Chorgesang „Schleich Di“ (nachempfunden dem CCR-Hit „Proud Mary“) unter der Federführung einer herumwirbelnden Erzengelin Micha (Susanne Zellner).

Klangvolle Akzente

Für die überaus gelungene Instrumentalbegleitung sorgten Musiker, die auch als Schauspieler dabei waren. Besonders Christian Gnahn an der Geige setzte mit seinem Spiel ein ums andere Mal Akzente – in besonderem Maße bei „Halleluja“. Weitere Akteure in dem Stück waren Constance Grunert als Marei und Alex Kasper als Flori, Philipp Schumann als Dorfpfarrer und Serafin, Annegret Kennel als Pfarrköchin und Cherubim, Kai Kennerl als Ministrant und Putzengerl, Gerd Seitz als Dorfwirt und Feuerwehrkommandant sowie Barbara Huber, Regina Bayer und Mirian Traßl jeweils als Cherubim und Gratulantinnen. Hinter den Kulissen agierten Tilman Humbser (Bild und Ton), Hans Traßl (Licht) sowie Adrian Haralambie (Verfolger).

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Pressebericht Steinreich Vorbach 2011

Neuer Tag – 09. November 2011, Vorbach

Rasant und spektakulär

„Crimical“ der Theatergruppe „Kopfnuss“ begeistert Zuschauer in Vorbach

Vorbach. (ly) Viel Polizeipräsenz empfing die Theaterbesucher am Wochenende im Gemeindezentrum. Den Grund erfuhren die rund 130 begeisterten Zuschauer der Samstags-Vorstellung, noch bevor die Theatergruppe „Kopfnuss“ begann, mittels Videoeinspielung: Diebstahl im Diamond-Center in Antwerpen. Dass die Täter sich unter das Publikum gemischt hatten, klärte sich zu Beginn des Krimicals „Steinreich“.

Ihre Beute haben die Einbrecher schnell verprasst. Dummerweise ist Harry (Josef Roder), der Hauptgeschädigte und Besitzer der Diamanten, auf Rache aus. Der Hass Harrys auf die Bande wird gesteigert, weil sich seine Schwester (Martina Rieß) mit Thommy Creußen (Norbert Meinl) eingelassen hat.
Zu diesem Gefühlschaos kommt die Profilierungssucht von Arsen Come de Lac (Gerhard Huber), der sich von Harry und einer Versicherungsdetektivin einspannen lässt.

Die ist wiederum mit dem Gauner „Basti“ (Phillipp Schuhmann) liiert. Viel Verwicklungen sind die Grundlage für das Stück, das eine Mischung zwischen Kriminalstück und Musical bildet. Autorin und Regisseurin Carmen Traßl inszenierte eine rasante und amüsante Gaunergeschichte rund um die Bande Creußens, die stark an die Filmreihe „Ocean’s Eleven“ erinnerte.

Ähnlich wie der Film arbeitet die komplexe Handlung mit vielen Rückblicken, was hohe Aufmerksamkeit von den Zuschauern erfordert. Allerdings schafft die Autorin es spielend, die verschiedenen Handlungszweige am Ende zusammenzuführen. Aufgelockert wird die vollgepackte Handlung mit guten Gags. So ist das Objekt der Gauner-Begierde das Drehbuch für den neusten Film der Zeichentrickfilme „The Simpsons“.

Als die ganze Bande bei einem Coup im Kuhstall, einer Disco ganz nach Ischgler Vorbild, hochgeht, rettet die Mutter eines knallharten Gangsters die Truppe vor dem Knast und entlarvt ihn als Mamasöhnchen.

Drei Stunden Unterhaltung sind garniert mit vielen Liedern, die Traßl alle mit neuem Text versehen hat. So wird beispielsweise der Schmalzklassiker „Amor“ wird zu „Humor“. Ihre vielseitigen Talente beweisen die Laienschauspieler, die alle aus der näheren Umgebung kommen, mit Gesang und Tanz oder als Bandmitglieder bei den musikalischen Einlagen. Anleihen bei spektakulären Stunts aus „Mission Impossible“ finden die Zuschauer auch bei „Steinreich“, als sich die Tresorknacker von der Galerie über die Deckenbalken abseilen. Der Hochseilgartenspezialist Stephan Müller machte es möglich. Ironisch wird mit modernen Krimi-Stilelementen gearbeitet. Natürlich kommt die Liebe auch nicht zu kurz.

Auch die zweite Vorstellung in Vorbach am Samstag war fast ausverkauft. Wer in das rasante, spektakuläre und witzige Leben von Gentleman-Ganoven eintauchen will, hat dazu am Wochenende nochmals Gelegenheit. Weitere Aufführungen sind am Freitag und Samstag jeweils um 19.30 Uhr sowie am Sonntag um 16 Uhr in der Turnhalle des St.-Michaels-Werks in Grafenwöhr.

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Pressebericht Steinreich Eschenbach 2011

Der Neue Tag – 04. November 2011, Eschenbach

Geld, Gefängnis, Gentlemen

Theatergruppe Kopfnuss präsentiert „Crimical“ Steinreich – Premiere im Förderzentrum Eschenbach

Eschenbach. (rgr) Geld macht nicht glücklich, aber es beruhigt – nicht aber Thommy Creußen und seine Crew. Denn die kriegen ganz schön die Flatter, als die Polizei dahinter kommt, wer die fette Beute von 110 Millionen geklaut hat. Die „Crimical“-Tournee der Theatergruppe Kopfnuss feierte am Mittwoch im Förderzentrum Premiere.

Es war etwas völlig Neues, was sich Autorin Carmen Traßl ausdachte: Die Schauspieler präsentierten einen Krimi mit Musik, eben ein „Crimical“. „Das Publikum sollte nicht nur unterhalten, sondern auch gefordert werden. Es sollte mitdenken“, so Traßl. Zum Stück: Dem Gentlemangauner Thommy Creußen (Norbert Meinl) und seiner Crew gelingt es, das berühmte Diamond Center in Antwerpen zu knacken. Die Spezialisten teilen sich die erbeuteten 110 Millionen Euro und leben in Saus und Braus. Aber es geschieht etwas, womit Thommy nicht gerechnet hat. Er verliebt sich in Donna (Martina Rieß), eine brave Bibliothekarin. Deren Bruder Harry Alexander (Josef Roder) war der Hauptgeschädigte des Einbruchs.

Gnadenlose Jagd
Und der macht nun gnadenlos Jagd auf die Gauner. Der verbitterte Hotelier setzt sogar einen Spion auf die Gruppe an. Der Spitzel Arsen Come de Lac (Gerhard Huber) nimmt nun seinerseits für sich in Anspruch, der Beste der Gentlemen-Diebeszunft zu sein. Und da ist auch noch Ines (Julia Traßl), Bastis (Phillipp Schumann) große Liebe, die mit dem Raub beauftragte Versicherungsdektivin. Das Karussell um Liebe, Macht und Gier beginnt sich, zu drehen.

Zu bekannten Songs schrieb Carmen Traßl alle Texte selbst. Aus „Diamonds are forever“ wird „Nichts ist wirklich sicher“ und bei „Fever“ ist man „Mitten im Feuer“, aber gleichzeitig brennt ein Licht am Horizont. Dass es bei einem Krimi nicht nur todernst zugehen muss, bewies das Lied „Humor“, das aus „Amore“ entstand. Hier kamen die jungen Nachwuchsschauspieler Carlos und Miguel Demleitner sowie Eva-Maria Siegler und ihre Hula-Hopp-Fertigkeiten zum Einsatz. Aber der nötige Ernst kommt natürlich nicht zu kurz, als die Diebesbande „gesiebte Luft“ atmen muss und dann sogar Schüsse fallen.

Tournee geht weiter
Mehr soll an dieser Stelle nicht verraten werden, denn die Tournee des beeindruckenden Schauspieler-Ensembles geht weiter – am Wochenende im Gemeindezentrum Vorbach sowie von 11. bis 13. November in der Turnhalle des St.-Michael-Werks in Grafenwöhr.

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Mitteilungsblatt Vorbach

Mitteilungsblatt Vorbach 1. Dezember 2009, Werner Roder

In Anlehnung an Shakespeares „Sommernachtstraum“ gastierte am 7. und 8. November das Kopfnuss-Theater mit dem Stück „Mittsommerjagd“ im Vorbacher Gemeindezentrum. Die Schauspieler, die Sänger und Musiker zeigten dabei ihr zweifelsohne vorhandenes Können. Sie verstanden es nicht nur das Publikum an beiden Abenden gut zu unterhalten, sondern sie brachten die Zuschauer auch zum Nachdenken: Sind wir unserem Schicksal hilflos ausgeliefert oder können wir unser Leben selbst mitgestalten?

Erfreulich ist, dass die Mitwirkenden allesamt aus der näheren Umgebung stammen. Hohes kulturelles Niveau für Menschen aus der Region durch Menschen aus der Region!

Allen Mitwirkenden sage ich Dank für ihre tolle Leistung! Ein besonderer Dank gilt der Autorin und Regisseurin Carmen Traßl, denn es erfordert Können und auch Fingerspitzengefühl, damit aus vielen Mitwirkenden ein gutes Ganzes wird.

Es bleibt zu hoffen, dass das Kopfnuss-Theater auch im kommenden Jahr wieder in Vorbach gastieren wird. Alle Theater- und Musicalfreunde würden sich sehr darüber freuen.

Pressebericht Mittsommerjagd Grafenwöhr

Der Neue Tag – 19. November 2009, Grafenwöhr

Fortschritt, Liebe, Untergang?

Theatergruppe „Kopfnuss“ begeistert auch das Grafenwöhrer Publikum mit dem Musical „Mittsommerjagd“

Grafenwöhr. Wer glaubt, Lehrer würden keinen Spaß verstehen, der irrt sich gewaltig. Ein Feuerwerk an guten Ideen und Gags brannte das hauptsächlich aus Pädagogen bestehende Ensemble der Theatergruppe „Kopfnuss“ in Grafenwöhr ab. Die siebte Vorstellung des Stücks

„Mittsommerjagd“ setzte im St.-Michaels-Werk den krönenden Schlusspunkt der „Tournee“. Unter den herausragenden Akteuren als Erster zu erwähnen ist Gerhard Huber, der als Elfenkönig Oberon der arroganten Selbstsucht und dem Überfluss abschwört. Er sieht statt Fortschritt und Liebe den Untergang kommen und meint beispielsweise: „Das Auto ist nur der Fortsatz der Füße und das Handy der Fortsatz der Ohren; der Computer gar der Ersatz für das Gehirn!“ Weitere Rollen waren mit Norbert Meinl (Förster Wolf Dietrich) und Hans Norbert Graser (Oberstudienrat Karre Vogerl) besetzt. Beide sind im wirklichen Leben ebenfalls Lehrer. Nicht zu vergessen Schulleiter Gerhard Egerer, der als Innenminister auftrat, sowie Franz Geigenberger (Standesbeamter Maximilian Specht). Josef Roder, der den Regierungsoberamtsrat Brad Hering spielt, ist im wirklichen Leben Heilerziehungspfleger

Die „Kopfnuss“-Theater-Truppe besteht aus Mitwirkenden im Alter von 6 bis 60 Jahren. Bei der „Mittsommerjagd“ glänzten Julia Traßl als Puck (oben), Gerhard Huber als „Oberon“ (von links), Martina Rieß als „Titania“, aber auch die drei Schicksalsgöttinnen Monika Höllerl (mit Schirm), Annegret Kennel (mit Schlange) und Regina Bayer. Die Jüngsten wirbelten als Elfenkinder herum. Bilder rgr

Puck am Seil
Auch die Damen waren grandios. Da wären Martina Rieß als Elfenkönigin Titania und natürlich der Puck, gespielt von Julia Traßl. Die drei Schicksalsgöttinnen (Monika Höllerl, Regina Bayer und Annegret Kennel), zogen nicht nur wegen ihrer herrlichen Kostüme die Aufmerksamkeit auf sich. Annegret Kennel sorgte mit ihrer lebendigen Schlange für einen Schuss Exotik.

Die Musiker hatten Höchstleistungen zu vollbringen, da sie sich außer um die Musik zu kümmern, auch schauspielern mussten. Andreas Demleitner trat als „Giftgrüner spitzer Tannenzapfen“ auf und leitete die „Midsummer Night Band“. Sein Musikerkollege Manuel Roder war der „Leicht zu beeindruckende Weberknecht“ und musste für die Rolle der „Thisbe“ in Frauenkleider schlüpfen. Doppelrollen hatten auch die beiden anderen Musiker Matthias Müller als „Leicht verwirrte Augenweide“ und brüllender Löwe sowie die „Ewig lächelnde Mohnblüte“ Philipp Schumann, dessen Rolle als „Wand“ ebenfalls Begeisterungsstürme beim Publikum hervorrief. Übrigens, auch Manuel Roder und Philipp Schumann wollen Gymnasiallehrer werden.

Einige Lehrer agierten bei dem Stück als Schauspieler. Unser Bild zeigt sogar zwei Direktoren Franz Geigenberger (links) als Standesbeamten und Gerhard Egerer (rechts) als Innenminister. Bilder rgr

Die drei Nachwuchsschauspieler Anja Köhler (Lena), Marijan Würtele (Bruno) und Alex Kasper (Wirbens), die im Stück in einem Beziehungschaos gefangen sind, ließen nicht zuletzt wegen ihrer Solomusikauftritte aufhorchen. Auch die kleinen Elfenkinder waren mit Begeisterung bei der Sache.
Wer sich auf das Musical mit gewissen „Grusical“-Eigenschaften einließ, wusste, dass es ein etwas anderes Theater ist. Die „Mittsommerjagd“ bot musikalisch ebenfalls hohes Niveau. Bekannte Melodien wie „Thryller“ von Michael Jackson oder „Mercy“ von Duffy wurden hintersinnig oder lustig von Autorin Carmen Traßl umgetextet.

Einige bei uns eher seltene Instrumente wie ein Reisedigeridoo, eine Nasenflöte, Boomwakers, eine Säge und ein Cajon kamen zum Einsatz. Es gab viel Applaus für dieses ungewöhnliche Musical und die musikbegeisterten Akteure, die altersmäßig von sechs bis sechzig Jahren vertreten waren.


Stehender Applaus
Was die Autorin besonders freute, waren Standing-Ovations am Schluss der siebten und letzten Vorstellung. Die Truppe trat in Eschenbach, Vorbach und Grafenwöhr auf. Ein weiterer positiver Effekt: Aus dem Erlös wird die Jugendarbeit in der Region unterstützt.
Neben ernsten Themen wie den Fortschritt, der seine Vor- und Nachteile hat, Beziehungschaos und der Stand der Schwulen in der Gesellschaft hatte das Publikum auch jede Menge zu lachen. Auf unserem Bild ist auch die Autorin Carmen Traßl (rechts) zu sehen.

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Pressebericht Mittsommerjagd Eschenbach

Der Neue Tag – 07. November 2009, Grafenwöhr

Beziehungsstress im Elfenreich

Theatergruppe „Kopfnuss“ begeistert mit Musical „Mittsommerjagd“ – Voller Saal zur Premiere

Eschenbach. Gegensätze ziehen sich an. Aber diese Anziehungskraft hat auch ihre Tücken – besonders im Elfenreich. Am eigenen Leib zu spüren bekommt es die Elfenkönigin Titania. Und der Regierungsoberamtsrat, dem über Nacht Eselsohren gewachsen sind. Mit der Musical-Premiere „Mittsommernacht“ fand die Theatergruppe „Kopfnuss“ im Förderzentrum ein begeistertes Publikum. von Renate Gradl
Das neue Stück der Theatergruppe „Kopfnuss“ besticht durch fantasievolle Kostüme, viel Musik und Action. Diese Szene spiegelt die pure Lebenslust wider. Bild rgr

Eigentlich sind sie ja ein perfektes Paar: Oberon (Gerhard Huber) und seine Königin Titania (Martina Rieß). Wenn sie nur nicht so auf die Menschenwelt und deren Fortschritt abfahren würde. Titania schwört auf die Geschwindigkeiten von Computer und Handy. Der Elfenkönig hat da seine Zweifel: „Wird der Fortschritt dem Menschen zu einem erschwinglichen Preis zur Liebe verhelfen?“ An seiner Meinung gibt es nichts zu rütteln. Sie lautet: „Die Menschen verhalten sich stur, wie die Esel.“

Zwei Welten
Da kann nur noch ein Zaubertrick helfen. Und natürlich Puck, Oberons Komplize. Bei der „Mittsommerjagd“ begegnen sich zwei Welten. Der launische Puck, der alle menschlichen Eigenschaften spiegelt, jagt gleich blitzenden Irrlichtern durch die Nacht. Dazwischen bemühen sich die Menschen, ihren Lebensweg zu finden. Oft genug stolpern sie dabei.

Bei der „Mittsommerjagd wirbelt der Puck (Julia Traßl) nicht nur auf dem Boden, sondern auch des öfteren ganz oben herum. Bild rgr

Die Theatergruppe setzte sich zunächst zusammen aus Mitarbeitern des St. Michaels-Werks, des Förderzentrums Eschenbach, der Schulvorbereitenden Einrichtung (SVE) Grafenwöhr und aus Schülern des Gymnasiums Eschenbach. Mittlerweile hat sich das Ensemble über diese Schulgrenzen hinaus erweitert. Immer öfter stoßen Theater- und Musikbegeisterte aus der ganzen Region zu den „Kopfnüssen“ und bereichern das Ensemble.


Oberon, der mächtige Elfenkönig, wehrt sich gegen den Fortschritt der Menschheit. Ganz im Gegensatz zur Elfenkönigin Titania: Sie liebt die Geschwindigkeit und den Fortschritt. Gerhard Huber und Martina Rieß glänzten bei der Premierenvorstellung in ihren Hauptrollen. Bild rgr

Carmen Traßl, die Autorin der „Mittsommerjagd“, hat sich an Shakespeares „Sommernachtstraum“ angelehnt, aber auch ganz Aktuelles mit eingewoben. Außer Computer & Co. spielt das Thema Homosexualität eine Rolle. Mit Komik wird nicht gegeizt. Das kommt bei der „spaßhaften Tragödie“ um Pyramus und Thisbe glänzend zum Vorschein, als einige angesehene Bürger sich in Schauspieler verwandeln müssen. Schließlich wollen sie ja die Innenministerin mit ihrem Spiel beeindrucken. Beeindruckt haben bei der berauschenden „Mittsommerjagd“ sämtliche Akteure. Besonders schwer hatte es wieder Gerhard Huber in seiner Rolle als Elfenkönig. Nicht nur der eingesetzte „Giftpilz“ hatte es in sich, sondern auch seine Texte. Aber er war für diese Rolle prädestiniert. Ebenfalls sehr viel lernen musste seine Partnerin Martina Rieß. Der quirlige Puck, gespielt von Julia Traßl, zog sich wie ein roter Faden durch das Geschehen. Am Seil war die Akteurin eine richtige Zirkusattraktion.

Band kann sich hören lassen
Die Musik spielte ebenfalls eine wichtige Rolle. Zu hören gab es Songs von den Bee Gees, Michael Jackson, The Eagles, Duffy und Michael Holm. Für das Arrangement war Bandleader Andreas Demleitner verantwortlich. Carmen Traßl schrieb dazu nachdenkliche, aber auch witzige Texte.

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Pressebericht Und so lautet …

Der Neue Tag – 03. März 2008, Immenreuth

Pädagogen als Besserwisser: Theatergruppe „Kopfnuss“ hinterfragt mit Singspiel im SOS-Kinderdorf theoretische Erziehungsansätze. von jzk

Immenreuth. (jzk) Ein mitreißendes Singspiel in zwei Akten bot die Theatergruppe „Kopfnuss“ im SOS-Kinderdorf. Der Name hielt, was er verspricht: Unterhaltung auf hohem Niveau, geistreiche Dialoge, eine gehörige Prise Witz und Humor sowie originelle Songs, die Andreas Demleitner auf seiner Gitarre kunstvoll begleitete.

Die engagierte Theatergruppe besteht aus Mitarbeitern des St. Michaelswerks Grafenwöhr, des Förderzentrums Eschenbach, der Schulvorbereitenden Einrichtung Grafenwöhr und Schülern des Gymnasiums Eschenbach. Schon im vergangenen Herbst überraschte sie die Besucher mit einer sehr gelungenen Bearbeitung des Volksstücks „Der Brandner-Kaspar schaut ins Paradies“.

Großen Erfolg hatte die Theatergruppe „Kopfnuss“ mit ihrer hintergründigen Persiflage auf verschiedene Erziehungsmethoden so berühmter Pädagogen wie Maria Montessori (Carmen Traßl), Frederic Skinner (Gerhard Huber), Alexander Sutherland Neill (Josef Roder), Paul Watzlawick (Hans Graser) und Heinrich Pestalozzi (Andreas Demleitner, von links). Bild: jzk

In der Praxis nicht bewährt
„Und so lautet der Beschluss, dass der Mensch was werden muss“, lautete diesmal der Titel des Singspiels. Zu allen Zeiten hat das Thema „Erziehung“ die Gemüter der Eltern und Lehrer tief bewegt. Es entstanden unterschiedliche Erziehungsstile und -ziele, die von den Pädagogen oft ohne die notwendige Toleranz anderen Ansätzen gegenüber vertreten wurden.

Diese Diskrepanz hat die Theatergruppe „Kopfnuss“ schonungslos aufgezeigt. Autorin Carmen Traßl wirft bei dieser pädagogischen Zeitreise viele Fragen über starre Theorien auf, die sich in der Praxis oft nicht bewährt haben.

Zu Beginn dieses Lehrstückes schlagen sich die Pädagogen Maria Montessori (Carmen Traßl), Frederic Skinner (Gerhard Huber), Alexander Sutherland Neill (Josef Roder), Heinrich Pestalozzi (Andreas Demleitner) und Paul Watzlawick (Hans Graser) mit langweiligen, aber pädagogisch sehr wertvollen Brettspielen die Zeit tot. Jeder beharrt eigensinnig auf seinen zu Lebzeiten gewonnenen Erkenntnissen, mit denen sie sich in die Erziehung von zwei Kindern einmischen.

Sie manipulieren heimtückisch ihre Entwicklung, experimentieren mit ihnen und beobachten neugierig die Resultate ihres verwerflichen Tuns. Zunächst geht alles gut, denn die Schulkinder lernen fleißig, machen ihr Abitur und beginnen ihr Lehrerstudium. „Lehrer sein und das Leben ist easy!“ ist eines der Lieder dieses Singspiels, das Julia Traßl und Marijan Würtele vortrugen. Als junge Lehrer kommen die beiden jedoch im heutigen Schulsystem schnell in Schwierigkeiten, zumal ihnen die völlig überdrehte Seminarleiterin (Monika Höllerl) nur äußerst skurrile Verhaltenregeln im Umgang mit ihren Schülern an die Hand geben kann.

„Lehrersein macht konfus“
Schließlich erkennen sie, dass es allein auf die Persönlichkeit ankommt, die vor einer Klasse steht. Ein aufgebrachter Vater (Manuel Roder) macht der Junglehrerin mit seiner unverschämten Beschwerde sehr zu schaffen. Bald reift die Erkenntnis, dass das Lehrerdasein eben nur in einem ausgeglichenen Zusammenspiel von Kopf, Herz und Hand funktioniert. Am Schluss steht die ernüchternde Erkenntnis: „Lehrersein macht uns konfus, irgendwann bleibt nur der Blues!“

Das szenische Singspiel von Carmen Traßl spielt sich auf einer zweigeteilten Bühne ab. Andreas Demleitner hat die Liedtexte musikalisch sehr abwechslungsreich arrangiert und begleitet sie virtuos auf seiner Gitarre. Leiter Alfred Schuster bedankte sich für die Spende zugunsten des SOS-Kinderdorfes.

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Pressebericht Es ist Zeit Kasper

Der Neue Tag – 5. November 2007, Eschenbach

Eschenbach. Nicht die Vampire tanzen durch die Nacht, der Tod selbst in höchst schauriger Erscheinung singt klirrend sein Lied und schreitet unbeirrt auf den Brandner-Kasper zu. Die Ewigkeit fangt an heut‘ Nacht. . . – Oder doch nicht? Schließlich hat der Oberpfälzer Sturkopf ein paar Trümpfe in der Hand: einen Jägermeister und den Grasober. 
Mit Zynismus über Leben, Tod und Technik Theatergruppe „KOPFNUSS“ begeistert mit dem Stück
„ES IST ZEIT KASPER – RIEN NE VA PLUS“ – Volles Haus in Eschenbach

Von Renate Gradl
Die Premierenvorstellung von „Es ist Zeit Kasper – Rien ne va plus“ hatte die Theatergruppe „Kopfnuss“ sinnigerweise auf Halloween gelegt. Die Atmosphäre war äußerst stimmig. Aber das Thema „Leben und Tod“ ist schließlich immer gegenwärtig.
Genauso wie Freud und Leid sich die Klinke in die Hand geben, machten es auch die Zuschauer. Auch in der zweiten Vorstellung im Eschenbacher Förderzentrum gab es am Freitagabend ein volles Haus. Dem Großteil ist sicherlich die Fernsehfassung von Kurt Wilhelm aus dem Jahr 1975 bekannt.
Mit „Es ist Zeit Kasper – Rien ne va plus“ hat Carmen Traßl das Thema in die heutige Zeit transportiert. Der Tod kommt und möchte einen guten Job erledigen, nämlich die Seele des Brandner-Kaspers seiner Bestimmung zuführen. Gerhard Huber hat seinen Job als „Boanlkramer“ meisterhaft erledigt. Seine Mimik und seine Ausdruckskraft waren absolut profihaft. Und auch sein Gesang beeindruckte gleichermaßen.

Vielleicht eine Verwechslung 
Der Brandner-Kasper (Josef Roder) jammert derweil: „S‘ Leben laft no schneller dahi, wie d‘ Lindenstraße im Fernsehen.“ Jetzt im Herbst müsste er doch „Erdäpfl glaubn“ und aufs Oktoberfest nach München. „Vielleicht gibt’s nu an andern Brandner-Kasper in Sachsen-Anhalt?“, sinniert er. Und außerdem müsse er doch die Machenschaften des Bürgermeisters (Norbert Meinl) verhindern.
Aber auch Lucius (Tilman Humbser) hat so seine Probleme mit der Höllentherapie und dem globalen Backup. Erzengel Michael (Gerhard Egerer) zetert: „Ums Geld wird getanzt, wie ums Goldene Kalb.“ Und alle haben mit der modernen Technik, Computer und Internet zu kämpfen.
Natürlich gibt es auch ein Liebespaar. Marei (Julia Traßl) und Flori (Manuel Roder) gestehen nach den Klängen von „Something Stupid“: „Ich mag dich so“. Auch Lucius sang zum Robbie Williams-Hit „Feel“ seine Version: „Alles nur ein Spiel.“ Internet und Ebay bekamen mit „Radio Ga Ga“ ihr Fett ab. Und zur bevorstehenden Wahl meinte Bürgermeister Senftl: „Lieber Gott schenk mir Wähler.“ Petrus (Hans Graser) freut sich dagegen schon, wenn er etwas Süßes bekommt. Momentan seien seine „Celebrations“ der Hit und nicht mehr die deftige Kost.

Doppelter Einsatz 
Zum Schluss gibt’s doch noch ein Happy-End. Anders als in der Fernseh-Fassung wird Marei wieder gesund. Lang anhaltender Applaus belohnte die Schauspieler schließlich auch für die vielen Proben. Einige von ihnen hatten sogar Doppelrollen: Egerer spielte außer dem Erzengel Michael noch den Feuerwehrkommandanten. Franz Geigenberger war in der Rolle des Pfarrers und Himmelssängers zu sehen. „Die Weiber“ verkörperten Monika Höllerl als Tante Michelle sowie Martina Rieß alias Jaqueline. Die himmlischen Wesen von Cherubin und Serafin waren Toni Schmidt, Carmen Rettinger, Katja Schulte, Julia Traßl, Marijan Würtele, Alexander Kaspar und Andreas Huber.

Andreas Demleitner sorgte für die Musik und war für die Arrangements sowie für Toneffekte und für Gitarre zuständig. Weitere Musiker waren Raphael Steppert und Manuel Roder.