Es ist Zeit Kasper

Neuer Tag - 07. Februar 2008

Schlammersdorf

Es ist Zeit Kasper - was geht noch?
So könnte man die Mission bezeichnen
in der momentan die beiden Jungakteure der Theatergruppe Kopfnuss unterwegs sind.
von Gabi Fraunholz

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Bild: Gabi Fraunholz

Marei (Julia Traßl) und Flori (Manuel Roder) vom Theater Kopfnuss übergeben Spendenbetrag an Oberbibracher Einrichtung Hängematte.

Mit Freude und Interesse an den sozialen Einrichtungen verteilen sie den Erlös der gelungenen „Es ist Zeit Kasper – rien ne va plus“ Aufführungen vom November. Ein Teilbetrag geht an den vor 6 Jahren von Frau Gabi Fraunholz ins Leben gerufenen Verein Hängematte e.V. Auf ihre engagierte Initiative hin konnte für den Schulverband der Schlammersdorfer Volksschule eine Mittagsbetreuung täglich von 11:30 bis 14:00 angeboten werden.
Nach kürzester Zeit wuchs die Gruppenstärke von 9 auf heute 25 Kinder an, die federführend von Frau Gertrud Schwindl geleitet wird. Seit diesem Schuljahr gibt es an 3 Tagen der Woche ein offenes Ganztagsschulenangebot, für das sich auswärtige Grundschüler anmelden können. So lernen hier die Kinder unter fachlicher Anleitung einer Diätassistentin gesunde Ernährung kennen. Das Mittagessen wird gemeinsam zubereitet. Ergänzend zur selbstverständlichen Hausaufgabenbetreuung finden nachmittägliche Erlebnis-, Lern- und Spaß-Angebote wie z.B. Kräuterwanderung, Malkurs, Sport, Besuch beim roten Kreuz usw.) statt.
Wer sich für einen Platz in der Mittagsbetreuung oder in der offenen Ganztagesschule interessiert, darf gerne bei Frau Fraunholz Tel.: 09205-785 nachhaken Leider fließen öffentliche Zuschüsse eher spärlich, deshalb werden zum Wohl der zu betreuenden Kinder Spenden gerne angenommen.
Übrigens ein großer Wunsch der Kinder wäre eine eigene Theatergruppe. Sollten hier die Kopfnüsse Vorbild sein? Wär doch schön! Ihre Spendenreise führt Julia und Manuel in den kommenden Tagen noch in andere soziale Einrichtungen die sich besonders der Kinder– und Jugendarbeit verpflichtet fühlen.
Die Theatergruppe Kopfnuss lädt am 7. März Uhr alle Interessierte und Freunde ins SOS-Kinderdorf nach Immenreuth zur pädagogischen Rundreise ein, wo es um 20 Uhr heißt „... also lautet der Beschluss, dass der Mensch was lernen muss.“ Mit Musik Gesang und Spiel werden pädagogische Grundsätze hinterfragt und das Lehrersein in der Praxis mit Galgenhumor ertragen.
Für 5 € Eintritt darf man sich die Frage stellen: „soll ich lachen oder schmunzeln oder unruhig werden oder nachdenklich oder ...?“ Informationen unter www.kopfnuss-theater.de oder www.sos-kd-oberpfalz.de. Karten an der Abendkasse und im Büro des SOS-Kinderdorfes Tel.: 09642 92240.

Neuer Tag - 22. November 2007

Grafenwöhr

Lachen, Schmunzeln und Nachdenken
Theatergruppe "Kopfnuss" feiert nach sieben Aufführungen erfolgreichen Abschluss der Musicaltournee
von Renate Gradl

Grafenwöhr. Es war eine kleine Oberpfalz-Tournee. Sieben Aufführungen in Eschenbach, Vorbach und zuletzt in Grafenwöhr haben einiges bewegt. Die Zuschauer mussten Lachen, Schmunzeln und auch Nachdenken - und das dreieinhalb Stunden lang. Die "Kopfnuss"-Theatergruppe verbuchte mit dem Musical "Es ist Zeit Kasper - Rien ne va plus" einen grandiosen Erfolg.
Das Stück selbst ist zwar altbewährt, spielte aber im Computerzeitalter. Autorin Carmen Traßl hat die Fernsehfassung von Kurt Wilhelm aus dem Jahr 1975 in die heutige Zeit transportiert. Alle haben mit moderner Technik, Computer und Internet zu kämpfen. Und auch E-Bay wird auf die Schippe genommen. Humor ist, wenn man trotzdem lacht... Spaß gab es schließlich genug, gepaart mit dem nötigen Ernst. Wenn man über den wahrlich spitzbübischen "Boanlkramer" nicht gerade lachen musste, konnte man schon ins Grübeln kommen. Die Schauspieler, zum einen Lehrer des St.-Michaels-Werkes und des Förderzentrums Eschenbach, Mitarbeiterinnen der Schulvorbereitenden Einrichtung Grafenwöhr sowie Eschenbacher Gymnasiasten, waren großartig. Aber auch die musikalische Leistung der Mitwirkenden hat völlig überzeugt.
Bekannte Songs umgetextet
Besonders hervorzuheben wären Gerhard Huber als "Boanlkramer" und Hans Graser, der "Petrus" genauso gut singen wie sprechen konnte. Die Liedtexte der bekannten Hits von Robbie Williams oder den Beatles stammen übrigens auch zu 85 Prozent aus der Feder von Carmen Traßl. "Wir freuen uns natürlich, dass das Musical so viele gesehen haben", betont sie. "Insgesamt kamen etwa 900 Besucher. Die vorletzte Vorstellung in Grafenwöhr war mit 160 Personen die erfolgreichste." Der Erlös daraus soll zum größten Teil wieder gespendet werden.
Erlös fließt in Jugendarbeit
"Das Geld geht jeweils an eine Einrichtung in Eschenbach, Vorbach und Grafenwöhr und soll der Kinder- und Jugendarbeit zugutekommen", kündigt die Erfolgsautorin an. Das Musical war bereits ihr drittes Stück. Die Gruppe gab sich nach dem ersten Theaterstück zunächst den Namen "Die Lehrer". Da unter den Schauspielern aber auch Schüler sind, hat sich die bunte Truppe inzwischen in "Kopfnuss" umbenannt.
Übrigens: Die nächste Theatervorstellung ist bereits in Planung. "Es ist aber eine kleinere Sache, die im März 2008 im SOS-Kinderdorf Immenreuth veranstaltet wird", verrät Carmen Traßl.

Neuer Tag - 5. November 2007

Eschenbach

Mit Zynismus über Leben, Tod und Technik Theatergruppe "KOPFNUSS" begeistert mit dem Stück 
"ES IST ZEIT KASPER - RIEN NE VA PLUS" - Volles Haus in Eschenbach

Von Renate Gradl

Eschenbach. Nicht die Vampire tanzen durch die Nacht, der Tod selbst in höchst schauriger Erscheinung singt klirrend sein Lied und schreitet unbeirrt auf den Brandner-Kasper zu. Die Ewigkeit fangt an heut' Nacht. . . - Oder doch nicht? Schließlich hat der Oberpfälzer Sturkopf ein paar Trümpfe in der Hand: einen Jägermeister und den Grasober.

Die Premierenvorstellung von "Es ist Zeit Kasper - Rien ne va plus" hatte die Theatergruppe "Kopfnuss" sinnigerweise auf Halloween gelegt. Die Atmosphäre war äußerst stimmig. Aber das Thema "Leben und Tod" ist schließlich immer gegenwärtig.
Genauso wie Freud und Leid sich die Klinke in die Hand geben, machten es auch die Zuschauer. Auch in der zweiten Vorstellung im Eschenbacher Förderzentrum gab es am Freitagabend ein volles Haus. Dem Großteil ist sicherlich die Fernsehfassung von Kurt Wilhelm aus dem Jahr 1975 bekannt.
Mit "Es ist Zeit Kasper - Rien ne va plus" hat Carmen Traßl das Thema in die heutige Zeit transportiert. Der Tod kommt und möchte einen guten Job erledigen, nämlich die Seele des Brandner-Kaspers seiner Bestimmung zuführen. Gerhard Huber hat seinen Job als "Boanlkramer" meisterhaft erledigt. Seine Mimik und seine Ausdruckskraft waren absolut profihaft. Und auch sein Gesang beeindruckte gleichermaßen.

Vielleicht eine Verwechslung
Der Brandner-Kasper (Josef Roder) jammert derweil: "S' Leben laft no schneller dahi, wie d' Lindenstraße im Fernsehen." Jetzt im Herbst müsste er doch "Erdäpfl glaubn" und aufs Oktoberfest nach München. "Vielleicht gibt's nu an andern Brandner-Kasper in Sachsen-Anhalt?", sinniert er. Und außerdem müsse er doch die Machenschaften des Bürgermeisters (Norbert Meinl) verhindern.
Aber auch Lucius (Tilman Humbser) hat so seine Probleme mit der Höllentherapie und dem globalen Backup. Erzengel Michael (Gerhard Egerer) zetert: "Ums Geld wird getanzt, wie ums Goldene Kalb." Und alle haben mit der modernen Technik, Computer und Internet zu kämpfen.
Natürlich gibt es auch ein Liebespaar. Marei (Julia Traßl) und Flori (Manuel Roder) gestehen nach den Klängen von "Something Stupid": "Ich mag dich so". Auch Lucius sang zum Robbie Williams-Hit "Feel" seine Version: "Alles nur ein Spiel." Internet und Ebay bekamen mit "Radio Ga Ga" ihr Fett ab. Und zur bevorstehenden Wahl meinte Bürgermeister Senftl: "Lieber Gott schenk mir Wähler." Petrus (Hans Graser) freut sich dagegen schon, wenn er etwas Süßes bekommt. Momentan seien seine "Celebrations" der Hit und nicht mehr die deftige Kost.

Doppelter Einsatz
Zum Schluss gibt's doch noch ein Happy-End. Anders als in der Fernseh-Fassung wird Marei wieder gesund. Lang anhaltender Applaus belohnte die Schauspieler schließlich auch für die vielen Proben. Einige von ihnen hatten sogar Doppelrollen: Egerer spielte außer dem Erzengel Michael noch den Feuerwehrkommandanten. Franz Geigenberger war in der Rolle des Pfarrers und Himmelssängers zu sehen. "Die Weiber" verkörperten Monika Höllerl als Tante Michelle sowie Martina Rieß alias Jaqueline. Die himmlischen Wesen von Cherubin und Serafin waren Toni Schmidt, Carmen Rettinger, Katja Schulte, Julia Traßl, Marijan Würtele, Alexander Kaspar und Andreas Huber.

Andreas Demleitner sorgte für die Musik und war für die Arrangements sowie für Toneffekte und für Gitarre zuständig. Weitere Musiker waren Raphael Steppert und Manuel Roder.

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