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Inmitten – Dazwischen 2022

Programmblatt zur Vorstellung
Ablassbrief

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Handzettel

Ein herzlicher Dank geht an Landluft 2.0 und an ILE-Regionalbudgets! Ohne euch, hätten wir das in dieser Form nicht verwirklichen können!

Ein Mysterienspiel mit Musik anlässlich der 875 Jahr Feier im Klosterdorf Speinshart am 18./19.07.2020. Quousque tandem? Wie lange noch? Diese Frage stellt sich der Klostergeist Nicklein Merklin. Er bereut seine Tat und sucht Vergebung. Doch diese kann er nur mit Hilfe der Zuschauer finden, für die er Begegnungen quer durch die Jahrhunderte arrangiert. Seine Mission:
„Nicht dass ICH euch belehre, zieht aus Inmitten & Dazwischen eure eigne Lehre“.

Das Stück: „Inmitten – Dazwischen“ , das mit der Legende um die Gründung  des Klosters Speinshart 1145 seinen Anfang nimmt und über 877 Jahre umfasste, wurde auf Kopfnussart im Juli 2022 präsentiert. (Bild: Traßl)

Hier ein Link zur Ausgabe im Vier-Städte-Dreieck: Auszug der Seiten 59-60
Wellnessprogramm für Herz und Seele: Speinsharter Kopfnuss-Theater thematisiert in einem funkelnden Mysterienspiel Heimatgeschichte, Vielfalt und Toleranz

Schon lange stellt sich Klostergeist Nicklein Merklin die Frage: Quousque tandem – wie lang noch soll es dauern? Zum 875-jährigen Jubiläum des Klosters und des Klosterdorfes Speinshart wollte der Unhold seine Taten bereuen und um Vergebung bitten. Doch eine „Volksseuche“ verhinderte Beichte und Buße. Nun endlich bekommt der Klostergeist eine neue Chance, vor dem Speinsharter Publikum um Gnade zu betteln.

Ein geschichtsträchtiges Ereignis, das die über 20 Laienschauspielerinnen- und Schauspieler des Speinsharter Kopfnuss-Theaters in ein lebendiges Mysterienspiel verdichten.

Im Mittelpunkt des Stückes steht eine vielsagende Mission des Klostergeistes. „Nicht das ICH euch bekehre, zieht aus Inmitten & Dazwischen eure eigne Lehre“ verkündet Nicklein Merklin. Die Namensgebung ist verdächtig aktuell. Und doch  beleuchtet das Spiel kurzweilig und temperamentvoll die Gründungsjahre des Klosters mit der jungen Frau Richenza von Adelvolk, die reiche Klostergeschichte, den Kreuzzug-Aufruf Kaiser Barbarossas gegen die Ungläubigen,  die päpstlichen Schutzbriefe und die Eigenheiten der Klosteräbte, Säkularisation, Ablassbriefe und den Dreißigjährigen Krieg, den Barock von Anno Domini 1769, die Rückkehr der Prämonstratenser im Jahr 1921 und nach 875 Jahren das freudige Erwachen in der Wohlstandsgesellschaft des 21. Jahrhunderts.

Das Kopfnuss-Theater kann mit Blick auf die reiche Klostergeschichte aus dem Vollen schöpfen. Carmen Traßl, Vorsitzende des Vereins und gleichzeitig Drehbuchautorin und Regisseurin, begeistert mit einem packenden Historienspiel. Wie in einem Bilderbuch gibt es kurze Sprünge durch die Jahrhunderte und durch bewegte Zeiten. Ein kreatives Arrangement zaubert beeindruckende Licht- und Schattenspiele auf die Bühne, Schwerter klirren und auch Raufereien bleiben nicht aus. 

Zum Beobachter verdammt und stets zum Jahrestag des Geschehens erwachend gibt der Klostergeist mit Blick auf das aktuelle Zeitgeschehen den Menschen des 21. Jahrhunderts hoffnungsvolle Ratschläge, um einen Fluch zu brechen. Deshalb auch die Suche nach Erlösung, die der Geist vom gnädigen und nachsichtigen Publikum erhofft. In Mundart und Dialekt vorgetragen erfüllt das Stück geistreich, witzig, nachdenklich und mit zündender musikalischer Begleitung alle historischen Ansprüche an eine heimatgeschichtliche Rück- und Ausblende.

Mit der Feststellung „Jeder Mensch ist immer ein Produkt seiner Zeit und in diese mit ihren gesellschaftlichen Normen, Einstellungen, Erwartungen und Haltungen eingebunden“ betont Carmen Traßl jedoch auch den sozialkritischen Charakter des Stücks.  Eben deshalb werde der Klostergeist verdammt, aus Anlass eines frevelhaften Versäumnisses bei der Gründung des Klosterdorfes immer wieder aufzuwachen und die Menschen mit ausgewählten geschichtlichen Ereignissen zu konfrontieren, um aus den Erfahrungen der Vergangenheit zu lernen, die Gegenwart und Zukunft gerechter zu gestalten. Für die Drehbuchautorin und Regisseurin eine wichtige Botschaft und gleichzeitig der Leitgedanke der Aufführungen: „Nicht dass ich euch belehre, zieht inmitten und dazwischen eure eigene Lehre“.

Die Premiere des Mysterienspiels fand am Freitag, 8. Juli 2022 um 20 Uhr im Gemeindezentrum. Eine neue Bühnentechnik im großen Saal des generalsanierten Gemeindezentrums gewährleistet für die Aufführung optimale Voraussetzungen. Wiederholungen gab es am Samstag, 9. Juli ebenfalls um 20 Uhr und am Sonntag, 10. Juli um 17 Uhr. Der Kartenvorverkauf lief über die Homepage des Theatervereins www.kopfnuss-theater.de. Der Eintritt kostete 17 Euro. Kinder bis 12 Jahre zahlen einen ermäßigten Preis.

Ausschnitte aus dem Artikel von 2.4.2022 Robert Dotzauer

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